Sandwiesen

Die Echaz verfügt über eine ganz besondere Fähigkeit: Sie kann aus Wasser Stein und Sand herstellen: Tuffstein und Tuffsand!

Wie funktioniert das? Dazu bedarf es einer Reihe von Bedingungen, die hier zusammentreffen. Der Prozess beginnt bereits mit dem Regenwasser, das über der Schwäbischen Alb niedergeht und im Kalkgestein des Weißen Juras versickert.

Der Kalk unseres Juras ist zwar generell schwer löslich, das ändert sich jedoch, wenn das wasserlösliche Gas Kohlendioxid in größeren Mengen vorhanden ist. Sickert nun das Regenwasser durch die Humuserde oben auf der Alb, löst sich das durch die Kleinlebewesen verursachte - quasi ausgeatmete - Kohlendioxid darin und kann jetzt Kalk in den Rissen und Klüften, durch die es in die Tiefe sinkt, lösen. Das an der Echazquelle austretende Wasser ist deshalb "hart".

Beim Zerstäuben bei starkem natürlichen Gefälle des Flusses entweicht dem Wasser Kohlendioxid: Der gelöste Kalk wird nun wieder ausgeschieden. Algen und Moose, die im Flussbett in diesen Spritzzonen wachsen, sind in wenigen Monaten von weichem Kalktuff überzogen. Durch die Überkrustung der Pflanzen entstehen überall in der Echaz hohlraumreiche Kalktuffe. Die Pflanzen sterben dann ab, zurück bleiben der Tuffstein und der Tuffsand (daher der Name "Sandwiesen").

 

Hier kann man was erleben!

An einer Aufweitung des Uferweges ist es bei normalem Wasserstand möglich, das Bett der Echaz über die Steine im Wasser zu überqueren. Im Bachbett kann der Sand befühlt und zwischen den Fingern gerieben werden. Mit Lacmus-Papier kann der pH-Wert geprüft werden.

Prüfe: Sind Wasserpflanzen zu sehen, die an der Kalktuffbildung beteiligt sein könnten? Tuffstein, in bergfrischem Zustand weich und leicht zu sägen.
Die Laiblinschule und die Pfullinger Hallen wurden aus Tuffstein gebaut.