Geschichte der Streuobstwiesen

Der Obstbau sowie das Wissen um seine Vermehrung und Veredelung wurde vor 2.000 Jahren von den Römern nach Südwestdeutschland gebracht.
Die heute für die Region typischen Streuobstwiesen entstanden im 18. und 19. Jahrhundert. Hinter dieser Entwicklung stand der starke Wille vieler Landesherren, die in sogenannten "Generalskripten" verpflichtend vorschrieben, wieviel Obstbäume jeder Bürger und heiratende Bürgersohn auf die Allmendflächen oder an Wegen und Straßen zu pflanzen hatte. Die Pflege und das Nachpflanzen oblag dem Pflanzer. Wer dem nicht Folge leistete, wurde schwer bestraft, ebenso, wer Obstbäume mutwillig beschädigte oder entfernte.

Besonders in klimatisch günstigeren Regionen konnte mit dem Anbau ein reiches Zubrot erwirtschaftet werden. Daneben fanden die Menschen aber auch Geschmack am Obst, das entweder frisch verzehrt oder zu Most, Dörrobst oder Branntwein weiterverarbeitet wurde.
Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erreichte der Obstbau seine größte Ausdehnung. Ganze Landschaften wurden von ihm geprägt, so auch der Albtrauf in Pfullingen. Nicht nur die Zahl der Bäume stieg, auch die Zahl der Kultursorten.

Beim Apfel nahm die Zahl der Sorten in Deutschland von ca. 30 auf über 1500 gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu. Darunter befanden sich viele beliebte Regionalsorten, so der Pfullinger Luiken. Etliche Sorten verschwinden, weil sie gängigen Modetrends nicht standhalten. Der Berlepsch z. B. entspricht nicht dem Mode-Ideal eines immer glänzenden, makellosen Apfels: Er ist runzelig, aber dafür sehr lecker.

Alle Bäume mit den wichtigsten Informationen
auf dem Schild.