Lebensgemeinschaft in mehreren Etagen

Alte Streuobstwiesen sind zum Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten geworden. Sie stellen für diese Arten, deren ursprüngliche Lebensräume vielfach zerstört oder stark verändert wurden, so genannte Ersatzbiotope dar, die ihnen ein Überleben ermöglichen können. Über 50 verschiedene Brutvogelarten wurden in vergleichbaren Streuobstgebieten wie hier am Südrand von Pfullingen nachgewiesen. Über 3000 verschiedene Tierarten können in den extensiv bewirtschafteten Streuobstwiesen leben.

Es ist ein Geben und Nehmen: Obstbäume und Wiesenblumen sind auf die Bestäubung durch Bienen und Schmetterlinge angewiesen, diese ihrerseits ernähren sich von den Blüten. Von diesem Zusammenwirken profitieren auch die vom Aussterben stark bedrohten Fledermäuse. Sie jagen Insekten und bewohnen gerne Höhlen, die von Spechten in alte Obstbäume gezimmert wurden. Zwischen den Baumwurzeln finden Ameisen, Eidechsen, Igel, Käfer, Ringelnattern und Wiesel ein reiches Nahrungsangebot. In den großen Baumkronen finden Steinmarder und Siebenschläfer Unterschlupf.

Alt und Jung beieinander. Das ist elementar wichtig auf Streuobstwiesen.