Streuobstwiesen sind gefährdet

Schon immer galt der Obstbaum, besonders Apfel und Birne, als Symbol des Lebens. Streuobstwiesen, eine in Jahrhunderten entstandene Anbauform von Obstbäumen, die ökologisch ideal an die Umwelt angepasst ist und zum einzigartigen Lebensraum für Vogelarten wie den Wendehals oder den Steinkauz oder Fledermausarten wie dem Großen Abendsegler wurde, sind heute bedroht.

Ursachen sind aber nicht nur die Inanspruchnahme von Obstwiesen für Neubaugebiete und Straßen. Eine der größten Gefährdungsursachen ist heute die falsche oder fehlende Pflege der Wiesen und der Bäume. Werden die Wiesen zu häufig, also wie Rasen gemäht, dann verschwinden die Blumen für die Insekten und die Ameisen als Nahrungslieferant für Vögel. Werden sie nicht mehr gemäht, dann verbuschen sie und die typischen Arten werden ebenfalls verdrängt. Ist das ökologische Gleichgewicht gestört, können Schädlinge die Überhand gewinnen und das Wurzel- und Blattwerk zerstören.

Was kann man tun, um das dramatische Sterben der Streuobstwiesen zu stoppen? Wir sind alle davon betroffen und jeder kann etwas dagegen tun:

  • Landwirte können sich alternativen Vermarktungswegen anschließen.
  • Verbraucher können heimischen Apfelsaft sowie Obstprodukte aus der Region kaufen.
  • Kommunalpolitiker können dafür sorgen, dass Eingriffe in Streuobstwiesen vermieden werden bzw. durch Neupflanzung und langfristig sicher gestellte Pflege ausgeglichen werden.
  • Die Stadt Pfullingen bietet für jedermann die Möglichkeit, auf der Hochzeitswiese eine Baumpatenschaft für einen Streuobstbaum zu übernehmen.

Streuobstwiesen sind gut für das Landschaftsbild und gut für die Seele.
Blick über unseren Lehrpfad zum Pfullinger Georgenberg.